Bündnis kritisiert Hintertür bei der Inklusion

Hallo,
ich weise auf eine Presseerklärung der Sprecher des NRW-Bündnis "Eine Schule für alle" vom heutigen Tag hin.

Viele Grüße
Michael Baumeister

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Bündnis kritisiert Hintertür bei der Inklusion

Presseinformation der Sprecher des NRW-Bündnis "Eine Schule für alle"

Mit Empörung reagieren die Sprecher des NRW-Bündnis "Eine Schule für alle" auf Berichte über Ausnahmeregelungen für die Kommunen bei der Inklusion.

Im Streit um die Finanzierung der Inklusion hatte Schulministerin Löhrman am vergangenen Dienstag darauf hingewiesen, dass Kommunen auch künftig den Rechtsanspruch behinderter Kinder auf Zugang zur inklusiven Schule nicht umsetzen müssen, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt werden können.

Aus Sicht der Bündnissprecher ein unredliches Kompromissangebot.

"Die bereits im Referentenentwurf zur Inklusion vorgesehenen Ausnahmeregelungen haben Betroffenenverbände von Anfang an kritisiert. Mit einer solchen Auslegung wird die völkerrechtlich gebotenen Umsetzung der Inklusion nun faktisch ins Belieben der Kommunen gestellt" sagt Uta Kumar, Sprecherin des Bündnisses. "Es ist klar, dass von den meisten Kommunen jetzt kein großes Engagement kommen wird, wenn man ihnen eine Hintertür aufzeigt, durch die sie sich aus der Verantwortung für die Inklusionsentwicklung stehlen können."

Im Streit um die Kosten der Inklusion lehnt Schulministerin Sylvia Löhrmann eine Beteiligung des Landes an den mit der Inklusion verbundenen Kosten für die Schulträger ab. Die Kommunen sehen hingegen das Land in der Pflicht, weil das Land ihnen die Aufgabe der Inklusion neu zuweise.

"Es kann nicht sein, dass der Streit um die Kosten jetzt auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird" sagt Bündnissprecher Michael Baumeister, selbst Vater eines Kindes mit Downsyndrom. Für betroffene Eltern wird es aus Sicht der Bündnisprecher weiterhin von den örtlichen Gegebenheiten abhängen, ob sie für ihre Kinder den Rechtsanspruch auf Inklusion realisieren können, oder nicht.

"Fast vier Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sind Eltern von Kindern mit Behinderungen noch immer darauf angewiesen, dass sie vor Ort Schulen finden, die bereit sind, ihren Kindern gemeinsames Lernen zu ermöglichen" sagt Michael Baumeister. "Was wir jetzt brauchen, ist ein klarer Rechtsanspruch für unsere Kinder. Bei einem Menschenrecht Ausnahmeregelungen zu schaffen, ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen".

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Das NRW-Bündnis "Eine-Schule für alle"

ist ein Aktionsbündnis aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Ziel des Bündnisses ist der Umbau des vielgliedrigen Schulsystems zugunsten einer Schule für alle. Diese soll für alle Kinder und Jugendlichen bis zum ersten schulischen Abschluss in der Sekundarstufe I da sein. Junge Menschen mit speziellem Förderbedarf gehören von Anfang an dazu und erhalten dort die notwendige Förderung. Jedes einzelne Mädchen und jeder einzelne Junge wird in seiner Gesamtentwicklung unterstützt. Näheres unter http://www.nrw-eineschule.de

Kontakt: Uta Kumar, Bielefeld, Tel.: 0521 871076, utakumar@gmx.de

Michael Baumeister, Dorsten, Tel.: 0172 3596 399, michael@mbauweb.de

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