Dorsten wird die UN-Behindertenrechtskonvention bei der Schulentwicklungsplanung berücksichtigen

Stadtwappen Dorsten

Am 03.05.2011 stand das Thema Schulentwicklungsplanung auf der Tagesordnung des Dorstener Schulausschusses.

Beschlossen wurde, dass in Dorsten ein umfassender, alle Schulstufen umfassender Schulentwicklungsplan aufgestellt werden soll, bei dem insbesondere die Maßgaben und die Ziele der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zur Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems beachtet werden.

Ohne Gegenstimmen mit einer (nicht mit dem Inhalt begründeten) Enthaltung hat der Schulausschuss der Vorlage zugestimmt.

Vorgesehen ist neben einer umfassenden Beteiligung der Öffentlichkeit in Schulplenumsveranstaltungen und Elternbefragungen auch ein Arbeitskreis zur fachlichen Beratung, in dem auch Gruppierungen vertreten sind, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmern. Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen, sowie die Lebenshilfe werden dabei ausdrücklich erwähnt.

Innerhalb von 10 Jahren nach Inkrafttreten der UN-Konvention (also bis 2019) soll schrittweise eine Inklusionsquote von mindestens 80% erreicht werden. Hier hätte man sich sicher eine noch ambitionierter Zielvorstellung wünschen können. Wichtig scheint mir aber, dass paralell zur Schulentwicklungsplanung schon weitere Schritte zum Ausbau des gemeinsamen Lernens unternommen werden sollen und dass geltend gemachte Bedarfe nach Möglichkeit erfüllt werden sollen, so wie es ja auch im Erlass zu §37 AOSF vorgesehen ist.

In den nächsten Monaten wird es darauf ankommen, ob das Thema tatsächlich ernsthaft angegangen wird. Dabei scheint mir besonders wichtig zu sein, dass vor der Beauftragung eines Fachinstitutes sehr genau überprüft wird, ob dieses auch in der Lage ist, die Bearbeitung des Themas Inklusion angemessen zu begleiten.

Bürgermeister Lütkenhorst hat in einer Besprechung mit den Fraktionsvorsitzenden bereits zugesagt, dass dazu ein Vorgespräch mit der bisher beauftragten Projektgruppe Bildung und Region stattfinden wird und deren erneute Beauftragung nicht "gottgegeben" sei. Ggfs kann man sich auch die Zusammenarbeit mit einem anderen Institut vorstellen.

Auch was die Schulentwicklung insgesamt angeht, besteht eine weitgehende Offenheit. Dem Elternwillen soll eine entscheidende Bedeutung gegeben werden und eine wissenschaftlich angelegte Elternbefragung soll Auskunft über diesen Elternwillen geben.

Die Vorlage ist zu finden unter https://dorsten.more-rubin1.de/sitzungen_top.php?sid=2010-SCHULA-9 - Dort auf das entsprechende PDF-Symbol klicken.