Eltern erwarten jetzt Beteiligung an Inklusionsplanung

Presseinformation vom 12.12.2010

Am kommenden Montag, 13.12.2010 steht mit einem Bericht des Sonderpädagogischen Kompetenzzentrums Dorsten zu seiner Arbeit das Thema Inklusion erneut auf der Tagesordnung des Dorstener Schulausschusses.
Schon bei der letzten Schulausschussitzung wurde das Thema behandelt.

"Bisher war unser Eindruck, dass die Verwaltung gern das Thema ohne Beteiligung der kritschen Öffentlichkeit und betroffener Eltern bearbeiten möchte" sagt Michael Baumeister von der Dorstener Elterninitiative "Gemeinsam leben, Gemeinsam lernen".

Inzwischen ist allerdings in den Ausschuss-Vorlagen davon die Rede, dass Elternvertreter zum Arbeitskreis des Kompetenzzentrums hinzu gebeten werden sollen.

Wichtig finden die Mitglieder der Elterninitiative, dass sie als Eltern von Kindern mit Behinderungen an der Planung und Entwicklung der Inklusion in Dorsten beteiligt werden. "Es würde nicht ausreichen, Elternbeteiligung nur auf die verfasste Elternvertretung der Schulen zu begrenzen. Die UN-Behindertenrechtskonvention sieht die aktive Einbeziehung der Betroffenen und der sie vertretenden Organisationen bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Konzepten vor" sagt Michael Baumeister.

Eine geeignete Form der Einbeziehung und Beteiligung kann nach Ansicht der Eltern ein runder Tisch für Inklusion sein, wie er bei der vergangenen Schulausschussitzung von dem Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen gefordert wurde.

Kontakt

Michael Baumeister
Tel: 02362 951082 / 01577 4943501
Mail: info@inklusion-dorsten.de

Hintergrundinformationen

Inklusion und die UN-Behindertenrechtskonvention

Seit dem 26.03.2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland geltendes Recht. Am 01.12.2010 hat der nordrhein-westfälische Landtag mit den Stimmen von von CDU, SPD und Grünen die "Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion in der Schule" beschlossen.

Die Schulen stellt die UN-Konvention vor große Herausforderungen, denn sie fordert für alle Kinder mit Behinderung den diskriminierungsfreien Zugang zu einem hochwertigen, inklusiven Bildungssystem.

Zur Zeit besuchen in NRW 85% aller Kinder mit Behinderungen besondere Förderschulen. In Zukunft sollen behinderte Kinder im Normalfall gemeinsam mit anderen Kindern in der Regeschule lernen. Die UN-Konvention verlangt für diese Kinder angemessene Vorkehrungen und wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen, damit alle Kinder in einer inklusiven Schule die für sie beste Bildung und Unterstützung erhalten.

"Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen" - Dorsten

Die Mitglieder der 2009 gegründeten Initiative "Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen" - Dorsten treten für gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen in einer inklusiven Schule ein. Sie möchten das Themen Inklusion stärker ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rücken und Einfluss auf schulpolitische Entscheidungen in Dorsten und NRW nehmen. Außerdem wollen sich die Eltern bei der Durchsetzung der Rechte ihrer Kinder gegenseitig unterstützen.
http://www.inklusion-dorsten.de