Eltern können gemeinsamen Unterricht an der Regelschule verlangen / Arbeitskreis legt Empfehlungen vor.

Presseinformation vom 10.02.2012

Die Elterninitiative Gemeisam Leben, Gemeinsam Lernen Dorsten weist anlässlich des laufenden Anmeldeverfahrens für die weiterführenden Schulen darauf hin, dass die Schulämter verpflichtet sind, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit auch Kinder mit Behinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf einen Platz an einer Regeschule bekommen. So steht es in einem Erlass, den das NRW-Schulministerium bereits Anfang 2011 herausgegeben hat.

"Eltern müssen nicht hinnehmen, dass Ihr Kind an eine Förderschule verwiesen wird", sagt Michael Baumeister, Sprecher der Dorstener Initiative.

Die Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf kann auch an einer Regelschule im gemeinsamen Unterricht erfolgen. Das Schulamt im Kreis Recklinghausen ist verpflichtet, in Zusammenarbeit mit der Stadt als Schulträger jeden Einzelfall zu prüfen und falls nötig, auch die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Die Eltern müssen dabei aktiv einbezogen und beraten werden.
"Lehrer mit sonderpädagogischer Ausbildung werden dann an die Regelschulen abgeordnet." so Baumeister. "Auch spezielle Lernmittel und die notwendige Ausstattung können ja in den meisten Fällen an die Regelschule gebracht werden".
"Der Besuch einer Regelschule darf nur in besonderen Ausnahmefällen verweigert werden", erklärt Michael Baumeister. Das Schulamt ist dann verpflichtet, dies ausführlich zu begründen. Lehrermangel oder gar Geldmangel sind allerdings kein Grund, einem Kind den Besuch der Regelschule zu verweigern.

Arbeitskreis legt Empfehlungen vor.

Damit der Zugang zur Regelschule auch dauerhaft sichergestellt werden kann, hat jetzt der Arbeitskreis Inklusion, der sich aus Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Vertretern des Behindertenbeirates, Vereinen und Verbänden, der politischen Parteien und aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern zusammensetzt, ein Papier erarbeitet, mit dem Vorschläge für die laufende Schulentwicklungsplanung gemacht werden.
Weil Landesvorgaben zur Inklusion in der Schule nach wie vor auf sich warten lassen, ist es den Beteiligten des Arbeitskreises wichtig, dass jetzt zumindest die Schritte erfolgen, die die Stadt auch ohne das Land umsetzen kann.
Bereits jetzt müssen Zahlen und Informationen über die Kinder mit Behinderungen und Förderbedarf zusammengestellt werden, die im kommenden Schuljahr eingeschult werden oder in die Sekundarschule wechseln.
Fortbildung und auch Öffenlichkeitsarbeit für Inklusion spielen eine wichtige Rolle. Die Mitglieder des Arbeitskreises sind sich einig: "Inklusion beginnt im Kopf".

Der Arbeitskreis schlägt vor, Teilschritte festzulegen. Zunächst müssen mindestens noch jeweils zwei weitere Grundschulen und Schulen im Sekundarbereich Lerngruppen einrichten, in denen Kinder mit Förderbedarf unterrichtet werden können.
Langfristig soll jede Dorstener Schule in der Lage sein, Kinder mit Behinderungen zu unterrichten.

Die Vorschläge sollen jetzt der Arbeitsgruppe des Schulausschusses unterbreitet werden, die sich zu Zeit mit der Schulentwicklungsplanung befasst.

Kontakt: Michael Baumeister, Tel: 0172 3596 399
www.inklusion-dorsten.de