Eltern protestieren gegen Gemeinschaftsschule Ascheberg

Gemeinschaftsschule Ascheberg schließt Schüler mit Behinderung aus
Plakat Gemeinsam Lernen, Gemeinsam Leben

Die Elternvereine von Kindern mit Behinderung protestieren gegen die Genehmigung der Gemeinschaftsschule in Ascheberg. Schulministerin Sylvia Löhrmann will die Schule heute als erste von bis zu 40 Gemeinschaftsschulen in Nordrhein-Westfalen genehmigen – ohne Gemeinsamen Unterricht von Jugendlichen mit und ohne Behinderung.

„Die Stadt Ascheberg betreibt eine eigene Sonderschule. Sie hat aus der UN-Behindertenrechtskonvention die Verpflichtung, gemeinsames Lernen möglich zu machen. Statt dessen werden Schüler mit Behinderung wieder einmal ausgesperrt“, empört sich Ingrid Gerber, Vorsitzende von Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V. Bonn. „Wir rufen die Eltern in Ascheberg auf, die Aufnahme ihrer behinderten Kinder in die neue Gemeinschaftsschule zu verlangen.“

Der Protest der Eltern richtet sich vor allem auch gegen das Schulministerium, das für sein schulpolitisches Modellprojekt der Gemeinschaftsschulen die Integration von Schülerinnen und Schülern für Behinderung hintenanstellt. „Es kann nicht sein, dass fast zwei Jahre nach gültig werden der UN-Behindertenrechtskonvention in Nordrhein-Westfalen neue Schulen gegründet werden, die keine Kinder und Jugendlichen mit Behinderung integrieren“, sagt die Vorsitzende des Kölner Elternvereins mittendrin e.V., Eva-Maria Thoms. „Die Regierungskoalition hat die Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Jetzt soll sie damit auch ernst machen.“