Köln legt Inklusionsplan für Schulen vor

Hallo,
ich leite eine Presseinformation des mittendrin e.V. aus Köln weiter.

Köln hat jetzt als eine der ersten Städte in NRW einen Inklusionsplan aufgelegt und zeigt damit, dass Kommunen auch tätig werden können, ohne dass es Vorgaben aus Düsseldorf gibt. Bleibt zu hoffen, dass auch in Dorsten im Rahmen der laufenden Schulentwicklungsplanung jetzt klare Schritte in Richtung Inklusion gegangen werden. Hinweise dazu gibt das Arbeitsergebnis, dass der Arbeitskreis Inklusion bereits im Februar diese Jahrs vorgelegt hat (s. http://inklusion-dorsten.de/sites/default/files/attach/AO-SF-VV-Veroeffentlichungsstand_15.01.2011.pdf)

Gruß

Michael Baumeister
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Köln legt Inklusionsplan für Schulen vor
NRW-Regierung soll endlich gesetzliche Grundlagen schaffen
 
 
Als erste große Stadt in Nordrhein-Westfalen legt Köln morgen in den Ratsausschüssen für Schule und Jugendhilfe einen Inklusionsplan für die Schulen der Stadt vor.
http://ratsinformation.stadt-koeln.de/ydocstart.asp
 
Während die Landesregierung immer noch keine gesetzlichen Grundlagen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Schulbereich vorgelegt hat und auch der angekündigte Inklusionsplan des Schulministeriums auf sich warten lässt, bekennt sich Köln damit auch zur Verantwortung jeder einzelnen Kommune, die Konvention umzusetzen.
 
Mit dezentem Seitenblick nach Düsseldorf erklären Oberbürgermeister Jürgen Roters und Schuldezernentin Agnes Klein im Vorwort des Plans: "Trotz der noch ausstehenden Schulgesetznovellierung hat die Inklusionsentwicklung in Köln längst begonnen. Der vorliegende Inklusionsplan zeigt auf, mit welchen Aufgaben und Maßnahmen die Stadt Köln diesen Prozess bereits jetzt unterstützt und Dezernat für Bildung, Jugend und Sport, Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung perspektivisch voranbringen und steuern kann."
Der Kölner Elternverein mittendrin e.V. ist nun mächtig stolz auf die eigene Stadt. "Die Kölner Stadtverwaltung zeigt, dass sie sich nicht nur verbal für Inklusion einsetzt, sondern ihre Kompetenzen als Schulträger aktiv nutzen will, um jedem Kind eine inklusive Beschulung zu ermöglichen", sagt die mittendrin-Vorsitzende Eva-Maria Thoms.

Die Vorlage des Inklusionsplans sei ein großer Schritt in die richtige Richtung, meinen die Eltern, auch wenn der Plan aus ihrer Sicht einige große Schwächen hat. So legt die Kölner Verwaltung keine konkreten Zahlen für den Ausbau inklusiver Bildung vor und will den Ausbau des Gemeinsamen Lernens jeweils nach dem Elternwillen, sprich: den vorliegenden Anträgen auf GU organisieren. Schon im April hat der mittendrin e.V. in seinen Empfehlungen für den Inklusionsplan die Stadt dagegen aufgefordert, Vorsorge zu leisten.

http://www.eine-schule-fuer-alle.info/downloads/13-62-608/empfehlungen.pdf

"Wie haben in diesem Jahr erlebt was passiert, wenn die Verwaltung erst reagiert, wenn Eltern Anträge stellen." Im April stellte man fest, dass in Köln integrative Plätze in der Sekundarstufe für 113 Schülerinnen und Schüler fehlten. 18 weiterführende Schulen müssen nun weitgehend ohne Vorbereitung zum kommenden Schuljahr mit dem gemeinsamen Lernen beginnen.

"Nach diesem Last-Minute-Prinzip kann auf Dauer der Aufbau eines inklusiven Schulsystems nicht gelingen", sagt Thoms, "die Schulen haben keine Chance, in so kurzer Zeit mit Qualität in die inklusive Schulentwicklung einzusteigen".

Kritisch sehen die Eltern auch die magere Ausstattung der geplanten Zentralen Beratungsstelle im Regionalen Bildungsbüro. Eine einzelne Person kann unmöglich all die Fragen und Probleme rund um die Inklusion aufgreifen und im Blick haben, dass die Qualität der inklusiven Bildung in allen Schulen stimmt. Den geplanten Unterstützungsschulen in den Stadtbezirken wiederum wird es nur schwer möglich sein, alle beteiligten Ämter zu koordinieren.

"Wir wünschen uns, dass der Rat der Stadt Köln seinen festen Willen zum Aufbau einer inklusiven Schullandschaft mit zwei oder drei mehr Stellen für die steuernde Beratungsstelle dokumentiert", sagt Thoms. Spätestens in zwei Jahren, wenn die Verwaltung eine erste Zwischenbilanz des Inklusionsplans vorlegen will, wird ohnehin klar ersichtlich sein, dass es ohne kompetente und leistungsfähige Steuerung nicht geht.

 
Ihr Ansprechpartner:
Eva-Maria Thoms
0171 540 97 88