Pressemitteilung - Stadt darf sich die Gestaltung der Inklusion nicht aus der Hand nehmen lassen

Hallo,
ich leite eine Pressemitteilung weiter, die wir heute an die Lokale Presse in Dorsten geschickt haben.

Viele Grüße
Michael Baumeister

++++++++

Stadt darf sich die Gestaltung der Inklusion nicht aus der Hand nehmen lassen

Die Eltern der Initiative Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen in Dorsten sind verwundert über aktuelle Äußerungen der Stadtspitze zur Umsetzung der Inklusion.

"Wir können die ständigen Warnungen vor übereilter Umsetzung nicht mehr hören", sagt Michael Baumeister von der Elterninitiative, die sich seit 2009 in Dorsten für Inklusion engagiert.

Zum kommenden Schuljahr haben alle behinderten Kinder in der 1. und 5. Klasse einen Rechtsanspruch auf einen inklusiven Schulplatz, wenn ihre Eltern das wünschen. Eltern können aber auch weiterhin die Förderschule wählen.
"Niemand, der in den letzten Jahren die schulpolitische Diskussion verfolgt hat, kann so tun, als sei die Stadt von der Entwicklung überrascht worden", meint Michael Baumeister. In der Stadtspitze habe man aber unnötig Zeit verstreichen lassen und die mit der Inklusion verbundenen Anforderungen offensichtlich nicht ernst genug genommen. Zudem sei die Personaldecke in der Verwaltung inzwischen so dünn, dass kaum noch Raum für gestaltende Arbeit bleibe.

"In Dorsten hat es bis Ende 2013 nicht einmal eine Prognose über die Zahl behinderter Kinder gegeben, die im Zuge der Inklusion an Dorstener Schulen erwartet werden." erläutert Baumeister. "Auch das vom Rat beschlossenen Dorstener Plenums Inklusion konnte im letzten Jahr nur ins Leben gerufen werden, weil betroffene Eltern, Vertreter Dorstener Schulen und interessierte Bürger es in Eigeninitiative gegründet haben. Die Stadt hat es 2 Jahre nach dem Ratsbeschluss noch immer nicht geschafft, dieses Plenum einzurichten".

"Immerhin nehmen jetzt Vertreter der Stadt an den Treffen teil", berichtet Klaus Stratmann-Nienhoff, Vater eines Kindes mit Förderbedarf und selbst Realschullehrer. "Die Ergebnisse des Plenums haben allerdings zu wenig Auswirkungen."

Es geht nach Ansicht der Eltern jetzt vor allem darum, dass die Stadt Dorsten selbst festlegt, wie die inklusive Bildungslandschaft aussehen soll. Dazu habe das Plenum konkrete Vorschläge zur Einrichtung von Schwerpunktschulen gemacht. Auch Konzepte für eine Verbesserung der Integrationshelfer-Versorgung wurden besprochen. "Politik und Verwaltung sollten sich jetzt dringend mit den Vorschlägen und Anregungen aus dem Plenum auseinander setzen und die notwendigen Schritte einleiten" sagt Klaus Stratmann-Nienhoff.

"Der Kreis Recklinghausen ist durch das Schulgesetz gezwungen, die Rechte der Kinder zu erfüllen." ergänzt Michael Baumeister. "Wenn die Stadt Dorsten nicht aktiv wird, bleibt dem Kreis nichts anderes übrig, als der Stadt die Bedingungen zu diktieren. Wenn wir die Inklusion in Dorsten in unserem Sinne gestalten wollen, dann geht das nur, wenn die Stadt einen konkreten Inklusionsplan aufstellt und dabei auch mit den Verantwortlichen beim Kreis zusammenarbeitet".