RTI - kein Instrument für inklusive Unterrichts- und Schulentwicklung

Hallo,
wie Euch vermutlich bekannt ist, soll für Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung und Sprache ab dem Schuljahr 2014/15 die Ausstattung der Schulen mit Sonderpädagogen über regionale Stellenbutgets erfolgen.
AO-SF - Gutachten sollen für diese Förderschwerpunkte dann entfallen.

Bei einer Veranstaltung der Grünen im Landtag am vergangenen Freitag (http://tinyurl.com/bqhoga7) ging es um die Frage, wie auch ohne AO-SF Verfahren Förderbedarfe festgestellt und Förderung angemessen bereit gestellt werden kann.
Hierzu wurde das Konzept "response to intervention" (RTI) vorgestellt, ein Verfahren, das stark auf fortwährenden Screenings und Diagnoseverfahren basiert. (S. http://www.rim.uni-rostock.de/response-to-intervention/)

Auch wenn bei der Veranstaltung von einem ergebnisoffenen Diskussionsprozess die Rede war, so ist doch hinter den Kulissen zu vernehmen, es sei längst ausgemachte Sache, dieses Konzept in Zukunft maßgeblich für die pädagogische Arbeit der Schulen heran zu ziehen und zum Kernelement von Lehrerfortbildung zu machen.

Viele der anwesenden Elternvertreter äußerten sich kritisch zu diesem Konzept. Mir selbst macht vor allem die Vorstellung Angst, Kinder nun in Schulen permanent Screenings und Diagnostik auszusetzen. Eltern behinderter Kinder haben häufig negative Erfahrungen mit Tests ihrer Kinder gemacht und wünschen sich eher eine inklusive Pädagogik, die auf die Chance von Verschiedenheit setzt, so wie sie von der ebenfalls anwesenden Vertreterin der Laborschule Bielefeld vorgestellt wurde. Dort wird auf Diagnoseverfahren weitgehend verzichtet.

Brigitte Schumann hat sich ausführlicher mit den RTI Konzept befasst und kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass RTI kein Instrument für eine inklusive Unterrichts- und Schulentwicklung ist.

Ihren Beitrag stelle ich unter dem unten angegebenen Link zur Verfügung.

Viele Grüße
Michael Baumeister