Vortrag am 12.07.2010 im Jüdischen Museum Westfalen

Presseinformation vom 07.07.2010

Hans WockenINKLUSION JETZT! Wie alle Kinder vom gemeinsamen Lernen profitieren können.

Die Elterninitiative "Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen - Dorsten" hat den Hamburger Professor für Lernbehindertenpädagogik und Integrationspädagogik, Hans Wocken, zu einem Vortrag am 12.07.2010 nach Dorsten eingeladen.

Wie alle Kinder vom gemeinsamen Lernen profitieren können, darüber wird Hans Wocken bei seinem Vortrag in Dorsten sprechen. Dabei wird es auch darum gehen, welchen Voraussetzungen die inklusive Schule braucht und wie Kinder mit ganz unterschiedlichen Lernbedingungen zusammen in einer Klasse lernen können.

Die Elterninitiative hat den Erziehungswissenschaftler eingeladen, um das Thema Inklusion stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen. "Wir möchten mit dieser Veranstaltung zeigen, dass eine inklusive Pädagogik der Vielfalt allen Kinder zugute kommt und nicht nur Kindern mit Behinderung dient", sagt Michael Baumeister von der Elterninitiative.

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention, die seit März 2009 in Deutschland geltendes Recht ist, hat jedes Kind Anspruch auf Zugang zu einer inklusiven Schule. Zur Zeit besuchen Kinder mit Behinderung in der Regel besondere Förderschulen. Nur wenige Kinder werden in die Regelschule integriert. Im Gegensatz dazu würden zu einer inklusiven Schule alle Kinder mit Behinderungen von Anfang an dazugehören.
Prof. Dr. Hans Wocken hat in seinen Untersuchungen gezeigt, dass die Förderung an Sonderschulen wenig effektiv ist. Er schreibt dies dem anregungsarmen Milieu zu, das seiner Auffassung nach an Sonderschulen herrscht. Seine Forschungsergebnisse belegen: Je länger ein Kind an der Förderschule zubringt, um so schlechter sind seine Leistungen.
Trotzdem sieht Wocken die Bereitschaft zur Umsetzung inklusiver Bildungsangebot in Deutschland als gering an. "Das allgemein beteuerte Bekenntnis zur UN-Behindertenkonvention ist gewiss erfreulich, aber nicht wirklich tragfähig und belastbar." so Wocken in einem aktuellen Aufsatz. "Wenn es konkret um den Aufbau inklusiver Bildungsangebote geht, klaffen das bekundete Bekenntnis zur Inklusion und die Bereitschaft zu realen schulpraktischen Konsequenzen immer wieder erheblich auseinander." (1)

Der Vortrag im Jüdischen Museum Westfalen beginnt am 12.07.2010 um 19:00, der
Eintritt ist frei.

Näheres unter http://inklusion-dorsten.de/content/inklusion-jetzt
Pressefotos zur Veranstaltung sind unter http://inklusion-dorsten.de/bilder-inklusion-jetzt-12072010 verfügbar.

1) Hans Wocken: Über Widersacher der Inklusion und ihre Gegenreden - Essay
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 23/2010)