Elterninitiative fordert Ausbau des Gemeinsamen Unterrichts

Presseinformation 21.09.2009

Beim ersten Treffen der neu gegründeten Elterninitiative für inklusive Schulbildung in Dorsten trafen sich am vergangenen Donnerstag Eltern, Pädagogen und interessierte Unterstützer, um Informationen und Erfahrungen über den Gemeinsamen Unterricht auszutauschen.

Die Anwesenden waren sich einig, dass es in Dorsten bei Umfang und Ausgestaltung des Gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung noch erhebliche Defizite gibt. Sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe reichen die Plätze nicht aus. Jedes Jahr werden viele Kinder gegen den Willen ihrer Eltern nicht in Regelschulen aufgenommen, sondern in Förderschulen ausgegrenzt. Eltern, deren Kinder bereits in integrativen Kindergärten und Grundschulen aufgenommen sind, können nie sicher sein, dass die Integration auch in Zukunft weitergeführt wird.

Die Qualität und die personelle Ausgestaltung des vorhandenen Gemeinsamen Unterrichts wird von vielen Eltern als unzureichend empfunden.

Das Land NRW und die Stadt Dorsten als Schulträger sind gefordert, den Gemeinsamen Unterricht deutlich auszubauen. Auch die Haushaltssicherung darf in Dorsten kein Grund sein, Kindern ihr Menschenrecht auf inklusive Schulbildung vorzuenthalten.

  • Sonderpädagogische Förderung muss wohnortnah an Regelschulen sicher gestellt werden und zwar in ausreichendem Umfang.
  • Die Entscheidung, ob ein Kind die Förderschule besucht oder an der Regelschule gefördert wird, muss bei den Eltern liegen.
  • Schulträger, Schulverwaltung und Politik müssen die notwendigen finanziellen, sächlichen und personellen Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Förderung bereitzustellen.

Alle Eltern und Interessenten sind eingeladen, sich der Gruppe anzuschließen. Auch Eltern, die für Ihre Kinder keinen Platz im Gemeinsamen Unterricht bekommen haben, sollten nicht aufgeben.

Das nächste Treffen der Elterninitiative findet am 29.10.2009 um 19:30 Uhr im Gemeinschaftshaus Wulfen, Gruppenraum 1 statt.

"Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen" - Dorsten

Ende 2008 hat der deutsche Bundestag die UN-Behindertenrechts- konvention ratifiziert. Die Länder haben der Konvention im Bundesrat zugestimmt. Danach haben alle Kinder mit Behinderung das Recht auf Zugang zu einem inklusiven Schulsystem in der Primar- und Sekundarstufe. Dieses Recht hat den Charakter eines Menschenrechtes. Inklusion ist nicht identisch mit Integration. Zu einer inklusiven Schule gehören alle Kinder ohne Ausnahme dazu. Eine Ausgrenzung in Sondereinrichtungen findet nicht statt. Sonderpädagogische Förderung erfolgt in der Schule. Wer nicht ausgegrenzt wird, muss auch nicht mühsam wieder integriert werden.

Die Mitglieder der Initiative "Gemeinsam Leben, Gemeinsam Lernen" - Dorsten möchten das Themen Inklusion stärker ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rücken und Einfluss auf schulpolitische Entscheidungen in Dorsten und NRW nehmen. Außerdem wollen sich die Eltern bei der Durchsetzung der Rechte ihrer Kinder gegenseitig unterstützen.
Geplant ist eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen Institutionen, die sich mit Inklusion und Kinderrechten befassen.

Kontakt:
Michael Baumeister
Tel: 02362 951082 / 01577 4943501
Mail: michael@mbauweb.de