Elterninitiative setzt sich für inklusive Schulbildung in Dorsten ein

Presseinformation 02.09.2009

Anders als in den meisten Ländern Europas werden Kinder mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf in Deutschland überwiegend in speziellen Förderschulen unterrichtet, oft gegen den Willen ihrer Eltern.

Viele Eltern verstehen die Zuweisung zur Förderschule als Ausgrenzung. Kinder, die von anderen Kinder getrennt unter "ihresgleichen" aufwachsen, werden in ihrer Integration in die Gesellschaft behindert. Keine noch so gute Förderung kann das gemeinsame Lernen mit anderen Kindern ersetzen. Vom gemeinsamen Lernen profitieren zudem auch die Kinder, die keinen besonderen Förderbedarf haben.

In Nordrhein-Westfalen haben ca. 87% der Kinder mit Behinderung nicht die Möglichkeit, in einer Schule gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung zu lernen. Der Zugang zum gemeinsamen Unterricht wird Kindern und Eltern häufig erschwert. Die Plätze im gemeinsamen Unterricht reichen in der Regel nicht aus und Schulbehörden sind oft nicht bereit, notwendige Hilfen und Förderungen zu finanzieren. Wer Integration für sein Kind will, muss kämpfen.

Im Dezember 2008 hat der deutsche Bundestag die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Die Länder habe dieser Konvention im Bundesrat ebenfalls zugestimmt.
Danach haben alle Kinder mit Behinderung das Recht auf Zugang zu einem inklusiven Schulsystem in der Primar- und Sekundarstufe. Dieses Recht hat den Charakter eines Menschenrechtes.
Inklusion ist nicht identisch mit Integration. Zu einer inklusiven Schule gehören alle Kinder ohne Ausnahme dazu. Eine Ausgrenzung in Sondereinrichtungen findet nicht statt. Sonderpädagogische Förderung erfolgt in der Schule. Wer nicht ausgegrenzt wird, muss auch nicht mühsam wieder integriert werden.

Eine Gruppe von Eltern, deren Kinder aufgrund von Behinderung oder aus anderen Gründen sonderpädagogische Förderung benötigen, will sich in Dorsten nun verstärkt mit den Themen Inklusion und gemeinsamer Unterricht befassen. Die Eltern wollen diese Themen stärker ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rücken und sich zugleich gegenseitig bei der Durchsetzung der Rechte ihrer Kinder unterstützen.

Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Dorstener Kompetenzzentrum und mit den Schulen geplant, die bereits jetzt gemeinsamen Unterricht anbieten.

Die Elterninitiative trifft sich am Donnerstag, 17.09.2009 um 19:30 im Grünen Büro, Halterner Str. 28, 3. Etage, Eingang Ecke Am Katenberg. Interessierte Eltern sind herzlich eingeladen.

Bei Interesse bitten wir um Anmeldung unter michael@mbauweb.de oder telefonisch unter 02362 951082 (Familie Baumeister)

Michael Baumeister
Harold-Allen-Str. 14
46284 Dorsten
Tel.: 02362 951082
Mail: michael@mbauweb.de